In dieser Woche wollte der amerikanische Moderator Stephen Colbert in seiner „Late Show“ eigentlich ein Interview mit dem in Texas sitzenden demokratischen Politiker James Talarico zeigen. Dieser Plan wurde ihm allerdings relativ schnell von dem Sender CBS und den Anwälten der Show untersagt. Ihm wurde sogar verboten diese Sache in seiner Show zu thematisieren, weshalb der Moderator die Hintergründe dieses Vorfalls natürlich innerhalb einer Folge der „Late Show“ zur Sprache brachte. Gleichzeitig kündigte er die Veröffentlichung des Interviews auf YouTube an.
“Texas State Rep. James Talarico, he was supposed to be here, but we were told in no uncertain terms by our network’s lawyers, who called us directly, that we could not have him on the broadcast. Then I was told in some uncertain terms that not only could I not have him on, I could not mention me not having him on, and because my network clearly doesn’t want us to talk about this, let’s talk about this.” – Colbert
Dieses Verbot geht natürlich auf Drohungen von FCC Chairman Brendan Carr zurück, der vor einigen Monaten bereits bei der temporären Absetzung von Jimmy Kimmel eine Rolle spielte. Carr drohte amerikanischen TV-Netzwerken wohl mit ernsthaften Konsequenzen, wenn sie seiner Meinung nach unausgeglichen über politische Themen berichten. Dabei brachte er die „Equal Time Rule” ins Gespräch, die TV-Sender und Radiostationen in den USA dazu zwingt keine politische Partei zu bevorzugen. Auch wenn diese Regel eigentlich eine Ausnahme für Nachrichtensender und Talkshows beinhaltet, so drohte Carr vor Kurzem mit einer Aussetzung dieser Ausnahme.
Trotz dieser Drohungen und einer eindeutigen Überschreitung des FFC hat Carr die Ausnahme noch nicht abgeschafft. Colbert macht darauf auch in seiner Sendung aufmerksam und er kritisiert CBS dafür, dass der Sender so tut als wäre die Regel bereits geändert worden. Er wirft CBS öffentlich vor nur an finanzielle Elemente zu denken, seine Arbeit zu zensieren und andere deutlich wichtigere Faktoren zu ignorieren. So eine Denkweise kann man bei einem Unternehmen zwar irgendwie erwarten, aber trotzdem ist es immer eine unschöne Entwicklung, wenn die Medien vor der Regierung eines Landes einknicken.
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