Die Saisons in Diablo 4 folgen für gewöhnlich dem üblichen Trend von Action-RPGs. Jede Saison startet stark mit einer hohen Anzahl von Spielern, die die neuen Belohnungen sammeln und die saisonalen Inhalte ausprobieren wollen. In den darauf folgenden Wochen nehmen die Spielerzahlen aber enorm stark ab und gegen Ende einer Saison spielt kaum noch ein Spieler wirklich aktiv. Interessanterweise scheint die derzeit laufende Saison 11 von Diablo 4 sich diesem Ablauf aber vehement entgegenzustemmen und seine Spieler deutlich länger zu halten als es normalerweise der Fall wäre.

Auch wenn der Start von Saison 11 schon mehr als 3 Wochen zurückliegt, so konnte Diablo 4 zumindest auf Steam bisher 50 bis 60% seiner Spieler behalten. Dieser Wert ist äußerst ungewöhnlich, weil selbst richtig erfolgreiche Action-RPGs nach drei Wochen in einer Saison normalerweise deutlich stärkere Verluste an Spielern erleben. Diese Daten stammen direkt von SteamDB und sie reflektieren natürlich nur die Spielerschaft auf Steam. Allerdings gibt es aktuell keinen Grund dafür anzunehmen, dass die Spieler im Battle.Net und auf den Konsolen sich stark anders verhalten. Dieser Erfolg von Saison 11 zeigt sich nämlich auch durch das Feedback der Spieler, welches bisher erstaunlich positiv ausfällt und sich hauptsächlich um die vorhandene Langzeitmotivation dreht.

Natürlich gibt es aktuell gute Gründe dafür, warum die Spieler sich so lange in Saison 11 aufhalten und nicht dem üblichen Trend folgen. Die folgenden Faktoren kommen derzeit zusammen, um Saison 11 deutlich interessanter zu machen:

  • Der Paladin ist eine neue Klasse. Viele Spieler sich zurückgekehrt, um ihn zu testen.
  • Das „Heiligen“ von Items sorgt aktuell für viel Langzeitmotivation.
  • Der Fortschritt in der Saison läuft flüssiger ab und man fühlt sich nie verloren.
  • Die Saisonränge setzen keinen wirklichen Grind voraus, sodass man Belohnungen schnell erlangen kann.

Es dürfte für Blizzard recht schwer werden, alle diese vier Punkte in zukünftigen Saisons zu wiederholen. Allerdings sind die Änderungen aus Saison 11 selbst ohne die neue Klasse ein großer Schritt in die richtige Richtung. Der Paladin ist im Grunde nur ein Lockmittel, welches es den Spielern erlaubt, die restlichen positiven Anpassungen zu erleben. Die Entwickler sollten darauf aufbauen und die durch „Heiligen“ gewährte Langzeitmotivation entweder permanent zum Spiel hinzufügen oder auf eine alternative Weise erschaffen.


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