In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Sony seine Bemühungen im PC-Bereich stark zurückfahren möchte und es in Zukunft deutlich weniger Ports von exklusiven PlayStation-Spielen geben soll. Als Reaktion darauf hat die Seite GamesIndustry.biz das Marktforschungsunternehmen Newzoo einmal damit beauftragt herauszufinden, wie gut sich die PC-Ports von Sony eigentlich wirklich verkauft haben. Die Ergebnisse dieser Untersuchung ergaben ein recht offensichtliches und vermutlich für jede Person außerhalb von Sony wenig überraschendes Bild.
„Newzoo’s data shows that PlayStation titles ported to PC after their console launch typically see PC account for around 13% of total players in the first three months across both releases,“
„By comparison, when comparable AAA titles launch simultaneously on PC and console, PC contributes closer to 44% of players in the same period.“ (via)
Laut dem Bericht von Newzoo haben sich die PC-Ports von Sony tatsächlich schlecht verkauft. Während erste Spiele in ihren jeweiligen Reihen noch einigermaßen gut abgeschnitten haben, so sanken die Zahlen aber Nachfolgern aber deutlich. Den Grund für diese Problematik sieht der Marktforscher recht eindeutig bei dem langen Abstand zwischen den Veröffentlichungen der PS5-Spiele und ihrer jeweiligen PC-Ports. Man ist sich sicher, dass eine zeitgleiche Veröffentlichung der Spielversionen zu deutlich höheren PC-Verkäufen geführt hätte. Dieses Muster zeichnet sich allerdings nicht nur bei Sony ab, sondern es betrifft alle Anbieter von Multiplattform-Titeln.
„What’s notable is that this pattern is not specific to Sony’s first-party portfolio. We see almost no difference between first-party PlayStation titles (12% PC share) and third-party PlayStation exclusives (13%), suggesting the outcome is primarily driven by the staggered release strategy rather than franchise demand on PC.“ (via)
Eine Version eines Spiels aus dem einen oder anderen Grund zu verzögern führt eigentlich immer zu schlechteren Verkäufen auf der jeweiligen Plattform. In so einem Fall ist die primäre Plattform bereits abgedeckt und Besitzer von mehreren Geräten sehen keinen Grund für einen zweiten Kauf des gleichen Spiels. Zusätzlich dazu wollen Fans eines Spiels natürlich nicht 1 oder 2 Jahre länger auf die Fortsetzung warten. Wer also den ersten Teil der Reihe auf dem PC für sich entdeckt hat, der neigt durch die Verzögerung bei dem Sequel eher zu einem Sprung auf die Konsole. Das Ganze unterstützt zwar die PlayStation, aber es reduziert Verkäufe auf dem PC.
Man darf wohl davon ausgehen, dass Sony sich in dieser Sache nicht ändern wird. Auch wenn die Schuld für die schlechten PC-Verkäufe eindeutig an ihrer nutzerfeindlichen Verkaufsstrategie liegt, so scheint das Unternehmen aber keine Schuld bei sich selbst zu sehen. Es dürfte interessant sein zu sehen, ob Sony mit seinen Exklusivtiteln in Zukunft mit den Multiplattform-Veröffentlichungen von Xbox mithalten kann.
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