Bereits vor einigen Wochen sind Gerüchte darüber aufgekommen, dass Twitch angeblich die Daten seiner Streamer und Nutzer sammelt, damit Amazon diese Informationen zum Training seiner hauseigenen Generative AI verwenden kann. Auch wenn manche Menschen bisher an dieser Sache zweifelten, so hat der Support von Twitch diesen Umstand in dieser Woche aber ganz offiziell auf X bestätigt. Livestreams, aufgenommene VoDs, Clips, die Kommentare im Chat und alle anderen Inhalte auf Twitch werden automatisch von der Plattform an Amazon weitergeleitet und dort zum AI-Training verwendet.
We’ve added a setting that lets you opt out of having your channel content used to train generative AI content models across Amazon.
Click here to learn more:https://t.co/C3G0Jt6m0D
— Twitch Support (@TwitchSupport) August 12, 2026
Wer nicht möchte, dass die Daten seiner Streams und Nutzer für diesen Zweck verwendet werden, der kann sich von dieser Maßnahme in den Einstellungen abmelden. Das Ganze ist aber standardmäßig eingeschaltet, weshalb alle Streamer automatisch der Datensammlung zustimmen. Twitch Chief Product Officer Mike Minton äußerte sich vorgestern in einem kurzen Stream zu diesem Thema zu Wort und sprach überraschend offen darüber, warum alle Streamer automatisch für dieses Programm angemeldet sind. Laut Minton ist man auf diese Weise vorgegangen, weil niemand freiwillig der Datensammlung zustimmen würde. Der Plattform ist also bewusst, wie sehr die Nutzer diese Idee hassen und sie ignoriert das Ganze einfach.
they know we don’t want it. they do not care.
Wie man es nicht anders erwarten würde, fallen die Reaktionen auf diese Enthüllung extrem negativ aus. Sowohl Twitch als auch Amazon ernten heftigste Kritik für diesen Schritt. Die Antworten auf Beiträge von Twitch in den sozialen Netzwerken bestehen derzeit gefühlt zu 50% aus reinen Beleidigungen und zu 50% aus Anleitungen dafür, um aus dem AI-Training auszusteigen. Twitch selbst verteidigt den Schritt bisher damit, dass Nutzer jederzeit aussteigen können und das Ganze keine Pflicht darstellt. Diese Entschuldigt wirkt aber enorm hohl und irgendwie verlogen, wenn man bedenkt, dass Nutzer erst nach Wochen oder Monaten darüber informiert wurden und Twitch selbst kein Interesse daran hat, diese Information zu verbreiten.
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