Am gestrigen Montag verkündete die amerikanische Telekommunikationsaufsicht FCC zur Überraschung der gesamten Branche, dass der Import von ausländischen Routern in die USA ab jetzt verboten ist. Wer einen neuen Router benötigt und in den USA lebt, der muss jetzt ein komplett in diesem Land produziertes und zusammengesetztes Gerät erwerben. Dieser Vorgang dürfte sich in der nahen Zukunft allerdings als äußerst schwierig erweisen, weil die USA kaum Router selbst produzieren und einen Großteil ihrer Produkte aus dem Ausland beziehen.

Als Grund für dieses plötzliche Verbot nannte die Behörde die nationale Sicherheit der USA und der dort lebenden Bürger. Angeblich stellen ausländische Router ein „unannehmbares Risiko“ dar, welches man nicht mehr länger dulden kann. Dabei verweist die FCC darauf, dass gewisse Geräte wie Router sich aktuell immer wieder als ein Sicherheitsproblem herausstellen. Diese Objekte können massenhaft gehackt werden, um Botnetze aufzustellen, Informationen zu stehlen oder andere Straftaten zu begehen. Bei ausländischen Geräten ohne Kontrolle ist diese Gefahr wohl deutlich größer.

The Executive Branch determination noted that foreign-produced routers (1) introduce “a supply chain vulnerability that could disrupt the U.S. economy, critical infrastructure, and national defense” and (2) pose “a severe cybersecurity risk that could be leveraged to immediately and severely disrupt U.S. critical infrastructure and directly harm U.S. persons.” (via)

Dieses gestern erlassene Verbot betrifft allerdings neu neue Geräte. Nutzer dürfen ihre bisherigen Router natürlich behalten und niemand muss direkt auf ein neues Produkt umsteigen. Update und notwendige Software kann dank einer Ausnahmeregel noch bis zum März 2027 auf unerlaubte Geräte aufgespielt werden. Zusätzlich dazu dürfen internationale Anbieter eine spezielle Genehmigung des FCC einholen, um ihre im Ausland hergestellten Waren auch weiterhin in die USA zu importieren. Dieser Antrag muss allerdings für jedes Produkt separat beantragt werden und der Vorgang ist derzeit noch enorm aufwendig. Es ist also fraglich, ob sich Firmen diese Mühe wirklich jedes Mal machen möchten.

Natürlich hat diese Ankündigung zu einer Reihe von bedenken geführt. Manche Menschen gehen davon aus, dass das Ganze eine Vorstufe zu einer größeren Internetkontrolle in den USA darstellt. Andere Leute bemängeln die schwammige Auslegung des Verbots, welches theoretisch auch andere Produkte wie Smartphones abdecken könnte.


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