Gestern haben sich die Europäische Kommission und Mitglieder des Europäischen Parlaments in Straßburg getroffen, um dort eine vier Tage lange Plenarsitzung durchzuführen. Während dieser Sitzung diskutieren die Vertreter der EU über verschiedene Themen, die von der Konferenz der Präsidenten vorgegeben wurden. Einer der dieses Mal angesprochenen Punkte war die Initiative „Stop Killing Games„. Diese Organisation möchte neue Regeln für die Abschaltung von modernen Computerspielen etablieren und ihren Platz in dieser Diskussion sicherte sich die Initiative in den letzten Monaten durch eine umfangreiche Unterschriftenaktion.

a eine Plenarsitzung dieser Art aber jedem daran interessierten Mitglied des Parlaments das Sprechen erlaubt, zeichnete sich das gestrige Treffen leider hauptsächlich durch eine Ansprache von Milan Uhrík aus. Dieser slowakische Politiker ist Teil einer rechts liegenden und oft als neofaschistisch eingestuften Partei. Uhrík beschrieb sich in seiner Rede selbst als einen “computer game player” und seiner Meinung nach sind Wokeness und zu aggressive Monetarisierung die Dinge, die Spiele aktuell tatsächlich zerstören. Als Beispiele dafür nannte er neben einem nicht namentlich erwähnten Spiel mit einem „Queer Character “ auch Assassin’s Creed Shadows, weil man dort zu der Verwendung einer weiblichen Spielfigur und eines schwarzen Samurai gezwungen wird.

“Wokeness and aggressive monetization is destroying video games. You wanted to talk about what’s destroying video games here in the European Parliament? All right, I will say it loud: one thing that is definitely destroying video games is the crazy, woke ideology and political correctness, which is being forced into the games.” – Milan Uhrík

Wie man es nicht anders erwarten würde, erhielt Milan Uhrík in den vergangenen 24 Stunden sehr viel Kritik für seine Rede und die genannten Beispiele. Auch wenn diese Kritik durchaus berechtigt ist und die Ansprache natürlich fürchterlich war, lenkt sie gleichzeitig aber auch von den eigentlichen relevanten Themen ab. Viele Politiker waren nämlich durchaus empfänglich für die Argumente von „Stop Killing Games“ und sie bezeichneten Computerspiele sowohl als Kulturgut als auch als Massenunterhaltung. Diese Aussagen sind deutlich wichtiger als der Rant über Wokeness und es ist eine Schande, dass diese positiven Zeichen derzeit sehr in den Hintergrund rücken. Hoffentlich kann die Diskussion bald zu den eigentlich wichtigen Dingen zurückkehren.



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1 Kommentar

  1. „gezwungen“ wird niemand punkt. Wenn ich keine frauen oder anders aussehende Personen spielen will kaufe ich das spiel nicht Ende.

    Die Rechten machen sich über die linken „Snowflakes“ lustig aber heulen schon über Videospiele

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