Der deutschen Synchronsprecherin Vivien Faber zufolge ereignete sich vor einigen Wochen scheinbar ein Bruch zwischen Netflix und dem Verband Deutscher Sprecher (VDS). Laut Faber hat Netflix wohl eine neue Klausel in seine Verträge eingebaut, die es der Plattform erlaubt, alle von einem Sprecher aufgenommenen Worte direkt für das Training von AI zu verwenden. Der VDS sieht das Ganze als Problem an, weil dieser Schritt ohne die Erlaubnis der Sprecher erfolgt und sie auch keine Vergütung dafür erhalten.
Ein temporärer Abbruch der Zusammenarbeit mit Netflix soll eine Änderung in dieser Klausel erzeugen. Der Verband möchte wohl erreichen, dass die deutschen Synchronsprecher diese AI-Klausel vor jedem Arbeitsantritt frei ablehnen können. Diese Option muss vorhanden sein, um eine zukünftige Zusammenarbeit zwischen Netflix und den deutschen Sprechern zu ermöglichen. Zusätzlich dazu darf das Ableben dieser Klausel keine negativen Auswirkungen auf die Arbeit der Sprecher und ihre zukünftigen Chancen auf eine Anstellung haben. Auch dieser Punkt muss vertraglich abgesichert werden.
Wir halten es bei den aktuellen Entwicklungen für absolut notwendig, die Freiheit und Selbstbestimmung der Kunstschaffenden zu fördern und zu verteidigen. So müssen Sprecher:innen frei darüber entscheiden dürfen, ob ihre persönlichen Daten, ihr Instrument, ihre Essenz unwiederbringlich in KI-Software eingespeist werden dürfen oder nicht. (via)
Ein dauerhafter Abbruch der Zusammenarbeit zwischen deutschen Sprechern und Netflix dürfte dazu führen, dass zukünftige Serien und Filme von Netflix keine deutsche Tonspur mehr erhalten. Das Ganze würde dann zwar nur Eigenproduktionen der Plattform betreffen, aber trotzdem dürfte Netflix diesen Ausgang vermeiden wollen. In dieser Woche möchten Netflix und der Verband die Verhandlungen in dieser Sache erneut aufnehmen. Es könnte sich also eine faire Lösung für alle Beteiligten finden lassen, bevor dieser „Streik“ wirklich negative Auswirkungen hat. Es kommt ganz darauf an, wie flexibel sich Netflix zeigt.
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Also wenn ich Verträge bekomme, die mir nicht passen, streiche ich den Passus einfach raus oder schreibe dem Gegenüber schön in den Vertrag, wie ich das sehe.
Sollte dieser dann nicht unterschreiben, dann ist dem so.
Andererseits müssen die Synchronsprecher halt mit der „negativen Konsequenz“ leben, dass Netflix halt sich andere sucht. Es wird immer Streikbrecher geben – meistens sind die halt zweite bis zehnte Wahl, aber ob sich das für Netflix negativ niederschlagen wird, wird sich zeigen.
Unterm strich verstehe ich die Herangehensweise von Netflix, damit man Content schneller releasen kann und nicht immer neue Sprecher casten muss. Immerhin wird ja schon krass viel in kürzester Zeit herausgegeben.
Das man dafür aber Synchronsprecher nicht extra entlohnt und ihnen quasi ja schon mit Ansage zukünftige Jobs dadurch streichen wird, ist aber auch nicht die feine Art. Erinnert mich aber an Situation von meinem Freund in der Fotoapparat Service Welt. Der durfte auch 2 Jahre Service Techniker im billigen Tschechien ausbilden, bis man dann seinen Job im teuren Deutschland gestrichen hat.