Am vergangenen Freitag würde der Publisher Take-Two seinen Finanzbericht für das vergangene Quartal durch. Während dieser Präsentation hielt CEO Strauss Zelnick eine durchaus interessante Rede darüber, wie stark die Branche aktuell unter der Speicherknappheit und den steigenden Preisen für Konsolen leidet. Interessanterweise stufen Take-Two und Zelnick dieses Problem aber nicht als unüberwindbar ein, weil ihrer Meinung nach das Streamen von Spielen in den kommenden Jahren in den Fokus der Nutzer rücken wird.

With the advent of streaming—which we really do believe is around the corner in terms of having something that’s low latency, and really works well for consumers—machines that weren’t game machines before will become game machines.

So, without regard to what happens in the console business, which is of consequence to us, of course, we see the overall install base as a practical matter growing materially. And if you believe in streaming, to be clear, we really do, and I’m happy to put a timeline on it. I think we’ll be in commercial streaming mode in three years, and by commercial I mean low latency. – Zelnick

Laut Zelnick steht die Gaming-Branche kurz davor den „Advent of Streaming“ zu erreichen. Damit meint er einen Zeitpunkt, an dem das Streamen von Spielen mit einem niedrigen Ping und einer hochwertigen Grafik eine realistische Option für die meisten Personen darstellt. Daher glaubt der Publisher auch, dass seine Fangemeinde in der Zukunft weiter wachsen wird. Schließlich spielen Konsolenpreise kaum noch eine Rolle, wenn Nutzer ihre Spiele einfach streamen können. Zelnick zufolge rechnet er in ca. drei Jahren mit dem Beginn dieser neuen Ära.

Natürlich führen diese Aussagen von Strauss Zelnick aktuell mal wieder zu vielen Diskussionen in der Branche. Einige Personen können durchaus nachvollziehen, was der CEO zum Ausdruck bringen möchte. Es dürfte immer eine gewisse Gruppe an Spielern geben, die sich zwar für einen einzelnen Titel interessiert, aber nicht großartig in das Hobby einsteigen möchte. GTA 6 wäre das beste Beispiel für so ein Produkt. Solche Kunden könnten Spiele einfach streamen und dadurch die hohen Kosten der Anschaffung von Hardware vermeiden. Gleichzeitig erlaubt Streaming den Zugriff auf gewaltige Menge an Spielen und Nutzer können jederzeit wechseln.

Frustriert über diese Aussagen sind die Menschen, die schon seit Jahren gegen diese Entwicklung in der Branche ankämpfen. Das Streamen von Spielen ist im Grunde der extremste Fall, in dem Nutzer ihre Spiele einfach nicht mehr selbst besitzen und nur noch temporär mieten. In so einer Welt können Spiele jederzeit von Entwicklern entfernt werden, weil die Spieler nicht einmal ihre eigenen Accounts wirklich besitzen. Befürworter von Discs und Eigentum üben daher starke Kritik an Take-Two.


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