Der bekannte und erfolgreiche Twitch-Streamer Kai Cenat veröffentlichte in dieser Woche ein Video, in dem er ein wenig über sein Privatleben spricht und einen Blick hinter die Kulissen erlaubt. Dabei enthüllte er unter anderem, dass er aktuell versucht sowohl sein Sprachverständnis als auch seine Aussprache zu verbessern. Dafür setzt er sich jeden Tag für 20 bis 60 Minuten hin, um bestimmte Bücher laut vorzulesen. Gelegentlich muss er dann natürlich gewisse Wörter nachschlagen und ihre Definition nachschlagen.

Diese Enthüllung von Kai Cenat hat einige recht extreme Reaktionen innerhalb der Community hervorgerufen. Viele etwas erfahrenere Personen loben diese Maßnahme und sie befürworten seine Absicht sich selbst auf diese Weise zu verbessern. Bedauerlicherweise gibt es aber auch genug Zuschauer, die sich offen über den Streamer lustig machen. Dabei lachen diese Personen über das Lesen im Allgemeinen, die Aussprache von gewissen Wörtern und die Notwendigkeit zum Nachschlagen dieser Wörter. Diese Reaktionen entsprechen leider den Erwartungen, die man heutzutage an das Internet setzen darf.

Der Bildungsstand bei jüngeren Menschen nimmt gefühlt immer weiter ab und selbst das korrekte Lernen von Lesen/Schreiben wird nicht mehr unbedingt als Pflicht angesehen. Daher kann ich persönlich auch wirklich nur loben, dass der Streamer auf diese Weise versucht sich selbst zu verbessern und vielleicht sogar sein Image zu verbessern. Der von einigen Personen ausgehende Spott ist einfach nur extrem albern und ein wirklich trauriger Spiegel unserer aktuellen Kultur. Durch Reaktionen dieser Art sind die Menschen leider selbst Schuld daran, wenn niemand sie ernst nimmt und sie nicht über einen gewissen Stand hinauswachsen können.


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3 Kommentare

  1. Über 20% der US-Amerikaner können nicht auf Grundschulniveau lesen. Das sind rd. 50 Mio. Menschen. Das Problem ist also offensichtlich kein Einzelfall oder nur subjektiv verschuldet sondern systemisch.

    • Ist ja bei uns in Europa auch nicht mehr viel besser. Wenn man sich oft die Kommentarfunktionen von Nachrichtenportalen und dergleichen ansieht, wird oft nur aufgrund einer Überschrift diskutiert, weil die meisten es nicht schaffen, 3 Zeilen eines Artikels zu lesen.
      Dazu kommt noch, dass selbst „Artikel“ teils vor Rechtschreibfehlern nur so strotzen… Wenn mir das passiert, dann ist es Schlampigkeit, aber die verdienen ihr Geld damit und sollten „die vierte Säule der Demokratie sein :)“.
      Es ist generell kein Einzelfall und es ist zu bewundern, dass jemand so offen zu einer Schwäche steht und aktiv den Willen zeigt, diese zu beheben.

      • Nihrgentwo stet, geschriben das die vierte Säule der, Demokratie kann rehden guuhd.

        Persönlich sehe ich das mit der Rechtschreibung nicht so eng, solange der Inhalt stimmt, vor allem in der heutigen Zeit, in der man perfekt geschriebenen KI-Mist ohne Ende findet, der teilweise keinen Bezug zur Realität hat.

        (Das Nachfolgende ist nicht auf deinen Kommentar bezogen, sondern nur meine allgemeine Ansicht)

        Eine Sache, die schon immer scheiße war am Internet, ist, dass jeder ein „Renaissance Allround-Genie Superman“ ist. Du kannst 5000 gute Punkte in einer exzellent verpackten Argumentation vorbringen, aber wehe du irrst dich dabei bei der 12. Nachkommastelle von Pi, dann ist deine gesamte Aussage wertlos.

        Und irgendeine Schwäche zeigen, geht überhaupt nicht, weil ja alle anderen perfekt sind, alles können und nie Fehler machen.

        Das alles ist jedoch keine Neuheit und kein „trauriger Spiegel unserer aktuellen Kultur“ (Zitat a. Artikel). Leute stehen schon immer darauf, sich anderen überlegen zu fühlen und nirgends geht das so gut, wie aus der Sicherheit der Anonymität.

        Der Impetus zur Selbstverbesserung – wenngleich Masturbation (Palahniuk) – ist auf jedenfall löblich.

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