Bereits seit Anfang Januar 2026 verweigern deutsche Synchronsprecher die Zusammenarbeit mit Netflix, weil dieser Streamingdienst in seinen Verträgen wohl eine problematische neue AI-Klausel erwähnt. Aufgrund dieses Punkts hat der Verband Deutscher Sprecher:innen e.V. (VDS) zu einem Streikt aufgerufen. Nach einigen Wochen des Wartens sieht es mittlerweile aber so aus, als würde Netflix auf seinem Standpunkt verharren und sich nicht geschlagen geben. In einem DWDL.de vor liegenden Schreiben von Netflix an die Sprecher schilderte der Dienst wohl die Konsequenzen eines anhaltenden Streiks.

In dem Schreiben droht Netflix damit, dass neue Filme und Serien bald ohne deutsche Tonspur erscheinen werden und deutsche Nutzer nur noch auf deutsche Untertitel zugreifen dürfen. Netflix scheint diesen Schritt einer der Verzögerung der Medien deutlich vorzuziehen. Ein Ausbleiben einer deutschen Tonspur würde nicht nur den Kunden schaden, sondern auch die „lokale Synchronisationsbranche gefährden“ und die Arbeitsplätze deutscher Sprecher negativ beeinflussen. Manche Menschen würden diese Aufzählung der Folgen durchaus als Drohung einstufen.

„Längere Verzögerungen bei der Unterzeichnung […] oder anhaltende Boykottaufrufe gefährden die Produktionszeitpläne und Produktionsinvestitionen. Wir könnten gezwungen sein, auf deutsche Untertitel zurückzugreifen, während wir weiterhin Synchronisationen in anderen Sprachen anbieten.“ (via)

Trotz der unschönen Folgen für Sprecher betont Netflix in dem Schreiben, dass dieser Ausgabe nicht die Präferenz der Plattform ist und man weiter mit deutschen Sprechern zusammenarbeiten möchte. Der Streamingdienst sucht aktuell den „offenen und kontinuierlichen Dialog“ mit dem VDS, um angebliche Missverständnisse in den Verträgen und Debatten aufzuklären. Trotzdem sollten Sprecher nicht mit Änderungen an den Verträgen rechnen, weil Netflix gezielt nur Gespräche und keine Verhandlungen sucht.

Basierend auf diesem Schreiben sieht es erst einmal nicht so aus, als würde sich diese Situation bald zu Gunsten der Sprecher ändern.


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1 Kommentar

  1. Eine konsequente Netflix Kündigungswelle dürfte die Typen genauso schnell einknicken lassen wie Donald Trump wenn man anfängt US Staatsanleihen zu verkaufen.

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