In den vergangenen zwei Jahren wurde die Gaming-Branche unter anderem dadurch geprägt, dass es immer wieder größere Entlassungswellen bei bekannten Publishern und Studios gab. Dadurch haben teilweise Hunderte von Entwicklern gleichzeitig ihren Arbeitsplatz verloren, was zu verzögerten Projekten, eingestellten Spielen und teilweise sogar geschlossenen Studios führte. Auch wenn diese einzelnen Situationen bereits lästig genug waren, so ist das übergeordnete Gesamtbild aber noch deutlich schlimmer.
Die Veranstalter der Spielemesse GDC veröffentlichten in dieser Woche nämlich einen neuen Bericht über die derzeitige Lage der Gaming-Branche, der unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage bei professionellen Entwicklern beinhaltete. Insgesamt 2300 Menschen nahmen an dieser Umfrage teil und 28% davon bestätigten, dass sie in den letzten 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben. Wenn man den Wert alleine auf die USA reduziert, dann steigt die Zahl sogar auf 33%. 17% der Teilnehmer meldeten ihre eigene Kündigung in den letzten 12 Monaten und satte 50% sprachen über allgemeine Entlassungen innerhalb ihrer Firma.
Zusätzlich dazu sprachen die befragten Personen über Schwierigkeiten beim Finden von neuen Arbeitsstellen nach ihrer Entlassung. 48% der in letzter Zeit gekündigten Personen konnten bisher wohl noch keinen neuen Arbeitgeber finden. Bei den vor 1 oder 2 Jahren entlassenen Personen erwähnten 36%, dass es ihnen unmöglich ist eine neue Arbeitsstelle innerhalb der Gaming-Branche zu finden. Für diese Menschen gibt es aktuell einfach keine freien Stellen.
„I feel like this question implies there’s a justified reason for layoffs at large studios, which I can assure you there almost always is not.“ – Reaktion auf der Umfrage
Natürlich gibt es direkt mehrere Gründe für diese äußerst problematische Situation. Nach der Covid-Zeit haben viele Firmenchefs und CEOs einfach nicht verstanden, dass das dadurch erzeugte Hoch nicht dauerhaft ist. Dadurch gaben diese Unternehmen zu viel Geld aus, sie heuerten zu viele Mitarbeiter an und sie machten zu viele Investitionen. Alle diese Dinge rächen sich jetzt in einer Zeit, in der das Geld deutlich knapper und die Gier immer größer wird. Zusätzlich dazu etabliert sich AI-Technologie immer stärker in der Spiele-Branche. Viele Entscheidungsträger sehen AI als eine billige Alternative zu richtigen Mitarbeitern, was zwar zu enorm viel Kritik führt, aber trotzdem weiterhin an der Branche zerrt. Derzeit ist nicht absehbar, ob sich diese Situation bald verbessern wird.