Bereits im vergangenen Jahr hat der Bundesversand der deutschen Verbraucherzentralen eine Klage gegen Amazon eingereicht. Der Grund für diese Klage war eine Umstellung bei Prime Video im Februar 2024, die zahlenden Kunden plötzlich Werbung in ihren angeschauten Serien und Filmen präsentierte. Wer die Werbung entfernen wollte, der musste ab diesem Zeitpunkt 2.99 Euro pro Monat mehr zahlen. Heute verkündete das Landgericht München I nun, dass die Einführung dieser Werbung ein Problem darstellt und nicht rechtmäßig ist.

Die unter anderem auf Rechtsstreitigkeiten aus dem unlauteren Wettbewerb spezialisierte 33. Zivilkammer des Landgerichts München I hat mit Urteil vom 16.12.2025 einer Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände gegen Amazon stattgegeben – Stellungnahme des Gerichts (via)

Laut dem zuständigen Gericht stellt die Einführung dieser Werbung eine unzulässige Vertragsänderung dar, weil Prime Video ohne Werbung zuvor einen Teil des mit Amazon geschlossen Vertrags darstellte und Kunden den Vertrag unter dieser Voraussetzung akzeptierten. Eine einseitige Änderung daran sehen weder die Vertragsbedingungen noch das Gesetz vor. Die von Amazon verschickte E-Mail mit den Angaben über diese Änderung wurde von dem Gericht als „Irreführung“ bezeichnet.

Bundesversand der deutschen Verbraucherzentralen möchte mit dieser beinahe gewonnenen Klage natürlich erreichen, dass Amazon solche Änderungen in Zukunft vermeidet und auch andere Plattformen deutlich vorsichtiger vorgehen müssen. Zusätzlich dazu bildet das Ganze die Grundlage für eine in Sachsen laufende Sammelklage auf Schadensersatz, die betroffenen Kunden ihr zu viel gezahltes Geld zurückbringen soll. Wer seit Februar 2024 für Prime Video zahlt, der kann kostenlos an dieser Klage teilnehmen.

Aktuell ist das Urteil leider noch nicht rechtskräftig. Amazon möchte die Entscheidung prüfen und möglicherweise Anfechtung der Entscheidung einleiten. Die Plattform betonte heute auch in einer Stellungnahme, dass sie mit dem Urteil nicht einverstanden ist und sie ihre Nutzer ihrer Meinung nach korrekt über die Änderungen informiert hat. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die nächsten Schritte von Amazon aussehen.

„Obwohl wir die Entscheidung des Gerichts respektieren, sind wir mit den Schlussfolgerungen nicht einverstanden. Wir haben unsere Kunden transparent, im Voraus und in Übereinstimmung mit geltendem Recht über das Update zu Werbung bei Prime Video informiert.“ – Amazon

(via)


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