Zu Beginn der aktuellen Woche wurde das Finale von „Maul – Shadow Lord“ auf Disney+ veröffentlicht (Spoilerwarnung). Diese finale Folge zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie eine lange Kampfszene zwischen Darth Vader, Maul und zwei Jedis beinhaltet. In diesem kompletten Konflikt spricht Vader kein einziges Wort und der gesamte Kampf ist extrem gut in Szene gesetzt. Um etwas Werbung für die Show und diesen Moment zu machen, hat Lucasfilm Präsident Dave Filoni vor Kurzem ein wenig darüber gesprochen, warum dieser Moment auf diese Weise aufgebaut wurde und warum Vader kein Wort sagt.

Für Dave Filoni gibt es zwischen Vader und Anakin Skywalker eine klare Abgrenzung, die die Figur selbst nicht wirklich verstehen kann. Vader zerstört alles, was ihn an seine Zeit als Anakin erinnert. Wenn er einen Jedi sieht, muss dieser Jedi sterben, weil es Vader an seinen eigenen Verrat, den Verlust seines alten Lebens und den Betrug des Imperators erinnert. Er kann alle diese Dinge und die Wahrheit nicht akzeptieren, weshalb er es alles herunterdrückt und nur Hass empfindet. Deshalb spricht er in dem Kampf gegen Maul auch nicht. Vader hat keine Worte übrig für die Dinge, die er zerstören muss.

“The key to Vader for me is that he’s not Anakin. He doesn’t recognize that. He can’t. Anything that reminds him of Anakin, he’s going to destroy. So when he sees a Jedi, he’s going to destroy the Jedi, because the Jedi would remind him unconsciously or consciously that he betrayed all of his friends and everything he knew and the life he grew up with. For what? For nothing. He lost everything. He made a bad trade. He was lied to. He was deceived. He can’t accept that truth.” – Dave Filoni 

Dieser Kommentar von Dave Filoni hat in den letzten Tagen für viel Unruhe in der Fangemeinde gesorgt. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf dem Satz „The key to Vader for me is that he’s not Anakin“, den einige Personen absichtlich oder versehentlich falsch interpretieren. Diese Fans nehmen die eindeutig als Metapher gemeinte Aussage viel zu wörtlich und werfen Filoni jetzt vor, dass er diesen extrem ikonischen Charakter gar nicht verstehen würde. Diskussionen zu dem Thema drehen sich unter anderem um eine mies formulierte Metapher, Vader als eigenständigen Charakter und mehrere Persönlichkeiten innerhalb des gleichen Körpers.

“I find a lot of pity for him because of what he did and the depth of his treachery. And that’s Darth Vader. Anakin’s trapped in there somewhere, and Darth Vader won’t let him surface.”

And so to me, the key is not to actually give him a character. He’s devoid of it because he doesn’t care. Darth Vader does not care. He does not have compassion. He does not see you. He sees the thing he wants to destroy, and he will do that. It’s like the same feeling you got in Rogue One when he comes down the hallway. He doesn’t talk to those guys. He’s going to destroy them. He has one mission, and all of his remorse and all of his anger and all of his hate is in every swing that he does. That’s how it’s resolved.”- Dave Filoni 

Wie es leider oft im Internet der Fall ist, lässt sich diese Sache recht eindeutig aufklären, wenn man alle Aussagen von Filoni betrachtet und nicht nur bestimmte Sätze herausfischt. Etwas später in dem Dialog erklärt der Präsident von Lucasfilm seine Einschätzung nämlich genauer. Er verwendet die Namen „Anakin“ und „Vader“ einfach nur, um die zwei Seiten des Charakters zu beschreiben. Vader unterdrückt seine Zeit als Anakin, weil er sich den Dingen nicht stellen kann. In diesem Bereich wirkt die Figur überraschend menschlich, weil dieses Verhalten von vielen Personen an den Tag gelegt wird. Auch wenn manchen Fans diese Interpretation der Figur natürlich noch immer nicht gefallen wird, so stehe ich selbst aber viel Potenzial darin.


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