Die mittlerweile zu einer Lobbygruppe aufgestiegene Bürgerinitiative „Stop Killing Games“ arbeitet mittlerweile bereits seit einiger Zeit daran, die Gesetzgeber in Europa davon zu überzeugen, dass Spiele besser vor einer Abschaltung durch ihre Entwickler geschützt werden müssen. Als Teil dieser Maßnahme sammelte die Gruppe in 2025 insgesamt 1.3 Millionen Unterschriften von besorgten Menschen, wodurch die EU-Kommission vor einigen Wochen dann auch endlich gezwungen wurde, sich tatsächlich mit dem Thema zu beschäftigen. Nach einiger Zeit des Wartens uns der internen Diskussionen verkündete die EU-Kommission gestern nun endlich, wie es auf diese Bürgerinitiative reagieren möchte.

Die Kommission ist der Auffassung, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine rechtliche Verpflichtung vorschlagen kann, Videospiele spielbar zu halten, nachdem sie nicht mehr kommerziell bereitgestellt werden. Dies liegt auch an den bestehenden Rechten an geistigem Eigentum. (via) – Aus dem Schreiben der Kommission

Die Entscheidung der EU-Kommission ist relativ simpel, weil sie absolut kein Interesse daran hat reale Schritte zu unternehmen, um die Rechtslage zu ändern. Laut der EU-Kommission sind Anpassungen an Gesetzen aufgrund der bestehenden Rechte an geistigem Eigentum und den Verbraucherrechten nicht möglich. Alle relevanten Punkte sind wohl bereits auf die eine oder andere Weise abgedeckt. Die Kommission möchte aber wohl zumindest den Dialog mit Verbrauchern und Publishern suchen, um sich über mögliche Verbesserungen und mehr freiwillige Maßnahmen auszutauschen.

Einer Stellungnahme von „Stop Killing Games“ ist dieser Ausgang keine gewaltige Überraschung. Die Initiative rechnete wohl damit, dass die Kommission trotz vieler Fürsprache so eine Nicht-Entscheidung treffen wird. Die Bewegung sieht aber weiterhin eine rechtliche Lösung für ihre Wünsche als notwendig an. Daher möchte sie gemeinsam mit dem Europaparlament auch daran arbeiten, die Ziele von Stop Killing Games in den Digital Fairness Act aufzunehmen. Es muss sich zeigen, ob die Gruppe genug Unterstützer für diesen Plan versammeln kann. Der Gegenwind von Publishern und deren Lobbygruppen scheint recht gewaltig zu sein.


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