Am vergangenen Freitag hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer CDU-Wahlveranstaltung öffentlichen gegen das bisher vorhandene feste Renteneintrittsalter ausgesprochen. Laut Merz sollte es keine Rolle spielen, in welchem Alter eine Person seine Rente antritt. Wichtig sei für ihn wohl eher, wann diese Person das Arbeiten begonnen hat, wie lange sie im Beruf tätig war und wie lange sie für die Rente gespart hat. Angeblich hat auch die SPD bereits signalisiert, dass man die Rentenhöhe in Zukunft nicht mehr an dem etablierten Altersgrenzen, sondern an der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit bemessen könnte.
„‚Ja, wir könnten uns vorstellen, dass wir das nicht mehr nach einem abstrakten Renteneintrittsalter bemessen, sondern dass wir das nach Lebensarbeitszeit bemessen'“ – Merz
Gleichzeitig betonte Merz in seiner Rede, dass die Deutschen mehr Arbeiten und auch mehr Sparen müssen. Ideen wie „Work-Life-Balance“ oder die oft gewünschte „Vier-Tage-Woche“ sind für ihn keine realistischen Ansätze. Dem CDU-Politiker zufolge sollten die Menschen möglichst früh damit beginnen und sich schon in den jungen Jahren auf ihre Rente vorbereiten. Dabei würde es schon reichen, wenn sie 50 Euro im Monat auf die hohe Kante legen, um im Ruhestand dann auf eine sechsteilige Altersversorgung zurückgreifen zu können. Merz möchte seine umfassende Sozialreform für die Rente noch in 2026 auf den Weg bringen, weil die Reformbereitschaft einer Regierung in den späteren Jahren immer weiter abnimmt.
„Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen früh genug beginnen, für ihr Alter auch zu sparen. Man muss nur mit kleinen Beträgen früh genug anfangen, darf es nie unterbrechen. Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen.“ – Merz
Forderungen dieser Art können meiner Meinung nach auch nur von einer Person kommen, die schon lange nicht mehr richtig arbeitet oder sich Sorgen um ihr Geld machen muss. Als Gemeinschaft sollten wir eher darauf hinarbeiten, dass die Menschen immer weniger arbeiten müssen und ihr Leben auch tatsächlich leben können. Der technische Fortschritt ist auf dieses Ziel ausgerichtet und unsere Regulierungen sollten ebenfalls diesem Ziel dienen. Mehr Arbeit von den Menschen zu fordern wirkt irgendwie rückständig. Allerdings würde ich auch genau so eine nach hinten gewandte Denkweise von Merz erwarten.
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Ich frag mich die letzten jahre immer öfter, wer hat die größeren Milchmann Rechnungen, der Typsiche Stammtischprarolen „poltiker“ oder die Tatsächlichen Politiker.
Mir geht es einfach nicht in den Kopf, wie ein Realer Poltiker mit Beratern die teilweise in einem Jahr mehr kriegen als vermutlich der großteil des Landes in einem Leben. So dämliche rechnungen auftsellen können wie „wenn jeder eine Stunde mehr arbeitet, dann wäre schon viel geholfen“.
Menschen & Abläufe sind doch keine Back Rezeppte. Ja wenn du in deinem Waffelteig Rezeppt alles *2 nimmst, dann ist der Output doppelt so viel Teig.
Aber so rechnungen klappen nicht / nur bedingt mit Menschen. Du kannst doch nicht sagen.
„Ja wenn der Schneider hier, bei einer 40h woche, 5 Produkte Schneidern kann, dann würde er , wenn er nur 1h mehr jeden Tag macht, ja jede 2. Woche ein 6 Produkte Schneidern. Das wäre dann bei einem Monat mit 4 Wochen, keine 20 sondern 22 produkte. DAS IST EIN WACHSUM VON 10%!“
Auf dem papier mag das c.a alles grob stimmen. Aber Glaubt echt einer da das Menschen so klappen ? Das der Hypothetische Schneider nach 8h arbeit, die 9h. gena so effizient ist, wie die ersten 8 ?
bei uns in der Informatik / Programmierung gibt es den Liebevollen gag seit Jahrzenten „3 Frauen packen ne schwangerschaft auf nicht in 3 monaten“.
Gut dieser Gag bezieht sich auf „manches dauert eben und mehr arbeitskräfte beschleunigen den prozess nicht zwangsweise“. Aber dennoch hab ich das gefühl das Merz und c.o genau so denken eben.
In another news: Merz wechselt zur AFD. Es ist absolut beängstigend, wie diese politische Nulpe aktuell die Wähler in die Hände der AFD treibt. Ich halte ja nichts von Verschwörungstheorien, aber bei ihm mache ich da gerne eine Ausnahme.
Im Moment stehen wir vor der fundamentalen Ausrichtungsfrage, wohin unsere Gesellschaft (nicht nur in Deutschland) gehen sollen. Runtergebrochen gilt: Arbeite wir um zu leben oder leben wir um zu arbeiten?
Durch den Ukraine-Krieg und den senilen Kürbislord im Westen ist es zuletzt schwieriger geworden, aber grundsätzlich hätten wir zumindest in der westlichen Welt klar die Chance, auf immer weniger Arbeit hinzuarbeiten. Ewiges Wachstum ist ja nett, nutzt aber nix, wenn die Brieftasche nur bei einigen wenigen mitwächst. Der Bedarf muss mit einem Surplus gedeckt sein, alles andere ist dann eigentlich irrelevant.
Merz und co. wollen natürlich lieber eine andere Welt. Eine, in der die Menschen mit marginalem Anteil an „unserem Wohlstand“ ihr Leben lang arbeiten – weiß ja nicht, aber für mich klingt das irgendwie doch sehr dystopisch.
Man muss dem Mann eben genau zuhören. Beispiel aus dieser Rede: Er ist quasi gegen „Work-Life-Balance“, weil man damit „unseren Wohlstand nicht erhalten kann“.
Meines Wissens nach gibt es keine nach Stunden aufgedröselte feste Definition, was „Work-Life-Balance“ ist. Wenn man also pauschal dagegen ist, heißt das im Endeffekt nur, dass man will, dass das Leben der Menschen sich um ihre Arbeit dreht. Womit wir wieder bei „Leben um zu arbeiten“ wären.
Der Ruhrbischof hat es da mMn gerade erst deutlich besser gesagt: „Die Arbeiter sind keine Kostenstelle mit Ausweis, sondern die Sache, um die sich alles Wirtschaften drehen sollte“ (paraphrasiert).
Von all dem ab ist der aktuelle Kreuzzug der CDU (und der Arbeitgeberverbände, aber das ist ja das gleiche) natürlich stark im Fachkräftemangel auf allen Ebenen verankert. Unternehmen müssen mittlerweile einen großen Aufwand betreiben, um Leute zu bekommen, vom Kellner bis zum Ingenieur und Arzt. Und die blöde Jugend lässt sich dann nichtmal mit mehr Geld oder einem schöneren Auto abspeisen, sondern die wollen stattdessen weniger Arbeiten und bessere Verträglichkeit mit der Familie.
Hier wird eigentlich nur versucht, das Gesetz von Angebot und Nachfrage zu unterbieten. Was die Union versucht, ist einen „Kostendeckel“ für das Angebot der Arbeitnehmer einzuführen, damit die Nachfrage der Wirtschaft günstiger befriedet werden kann. Cooles Konzept, könnte man ja auch mal beim Benzin probieren…
Last but not least: Ist es nicht witzig, das all diese „mehr Arbeiten für weniger Geld, hurrdurr!“-Konzepte von der Partei kommt, die sich noch vor kurzem ganz dick „Arbeit muss sich wieder lohnen!“ auf die Fahne geschrieben hat?
Weiß ja nicht, aber wer mehr und länger für weniger Geld arbeiten muss…klingt für mich eher danach, als würde sich Arbeit damit weniger lohnen? Wobei, es wurde ja nie gesagt, für wen sich die Arbeit mehr lohnen soll 😉
Und nicht vergessen das ist genau der Typ der gesagt hat ALLES muss teurer werden!
immer wieder interessant wenn Parteien für Sozial schwächere Menschen „Politik“ machen und am Ende kommen immer solche tips wie: 50€ pro monat sparen, private Altersvorsorge, Aktienhandel etc.
Also die die sich sowas nicht leisten können WEIL sie finanziell schwächer sind, müssen nochmal extra vorsorgen?
Mehr „leck mich am arsch“ dem Bürger sagen geht echt nicht