Der Einsatz von AI-Tech bei der Entwicklung von Computerspielen war in der Branche vermutlich eines der wichtigsten Themen der letzten Monate. Während gewisse Studios voll und ganz auf den Einsatz von Generative AI setzen, so bricht bei Spielern aber immer ein Shitstorm aus, wenn sie über die Verwendung von AI bei der Entwicklung von neuen Spielen informiert werden. Um so einer negativen Reaktion ein wenig zuvorzukommen, veröffentlichte Sony vor Kurzem einen Strategiebericht darüber, wie PlayStation Studios in Zukunft mit AI umgehen möchte.

In dem Dokument betont Hiroki Totoki (CEO von Sony Interactive Entertainment), dass AI ein wichtiges Werkzeug ist und enorm bei der Entwicklung von Spielen hilft. Generative AI übernimmt bei Sony schon jetzt sehr simple Routineaufgaben, die für eigentliche Entwickler zu monoton oder zeitintensiv wären. Auf diese Weise können die eigentlichen Entwickler wirklich relevante Aufgaben erfüllen, sich kreativ austoben und neue Features erschaffen. Durch AI können die Teams immer ambitioniertere Projekte umsetzen, weil sie ihre Zeit nicht mit Kleinkram verschwenden müssen.

Für Sony steht die menschliche Kreativität angeblich immer im Fokus und AI ist kein Ersatz dafür. Hiroki Totoki nennt auch direkt zwei Beispiele dafür. Erst einmal erwähnt er das AI-Tool „Mockingbird“, welches enorm beschleunigt, wie schnell man aus Performance-Capture-Daten richtige Gesichtsmodelle für Spiele erschaffen kann. Das Tool ersetzt weder die Schauspieler noch die Entwickler und es erhöht nur das Tempo, mit der das Team die Daten auswerten kann. Dadurch werden mehrere Stunden an Arbeit auf wenige Sekunden reduziert. Das zweite Beispiel ist die Generative AI, die Playstation Studios für die Erschaffung von Haaranimationen einsetzt. Da Menschen ansonsten jede Strähne einzeln animierten müssten, spart AI in dem Bereich ebenfalls viel Zeit.

Den Spielern möchte Sony mit diesem Schreiben vermitteln, dass die Firma zwar in jedem Bereich AI-Tech einsetzt, aber die menschlichen Entwickler trotzdem am wichtigsten sind. Auch wenn dieser Gedanke schön klingt, so haben solche Plattitüden mittlerweile aber beinahe jegliche Bedeutung verloren. Manager feiern die Kreativität ihrer Entwickler und zwei Wochen später werden sie trotzdem gefeuert, um stärker in AI-Tech zu investieren. Ob man Sony in dieser Sache also wirklich glauben sollte, muss sich noch zeigen.


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