Seit Anfang 2025 hat die Regierung in Großbritannien eine Reihe von neuen Regulierungen umgesetzt, die die alltägliche Verwendung des Internets in dem Land ziemlich lästig und problematisch gestalten. Eine Reihe von Plattformen erfordert von Nutzern in dem Land jetzt die Verifizierung ihres Alters, was oft nur über Drittanbieter möglich ist. Dadurch wird nicht nur die Freiheit der Nutzer eingeschränkt, sondern alle diese Dienste können auch ohne größeren Aufwand ihre persönlichen Daten stehlen.
Als Reaktion auf diese unschöne Situation haben sich in dieser Woche nun 19 weltbekannte Unternehmen und Organisationen zusammengeschlossen. Dazu gehören beispielsweise Stop Killing Games, Mozilla oder auch die Electronic Frontier Foundation. Zusammen haben diese Gruppen eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie offen die Vorgehensweise der britischen Regierung kritisieren und ein Umdenken fordern. Ihrer Meinung nach untergraben diese Behörden aktuell die Grundpfeiler des modernen Internets und sie tun nichts dafür, um die eigentlichen Probleme zu lösen.
This openness and the opportunities it affords are coming under threat in the UK. In attempting to respond to tough questions around online harms, UK policymakers are currently pursuing blunt policy interventions like access bans that will do little to improve young people’s experiences online, and instead undermine the web and infringe on human rights. (via)
Durch die neuen Regulierungen in Großbritannien entscheiden die Politiker, welche Plattformen und Angebote hinter einer Altersgrenze liegen sollten. Als Ausrede dafür fungiert die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen. Diese Vorgehensweise basiert aber auf Verboten und Einschränkungen, was laut den Unternehmen der komplett falsche Ansatz ist. Die Regierung sollte lieber sicherstellen, dass die einzelnen Angebote von Anfang an sicher sind und für jüngere Nutzer geeignet sind. Auf diese Weise schützt man die Kinder, man schränkt nicht die Rechte von Erwachsenen ein und das Internet selbst leidet nicht unter haufenweise Altersprüfungen, Datendiebstählen und anderen Problemen.
„Ministers are consulting on which platforms and specific features should be placed behind age gates as part of a national consultation on online harms. This approach focuses on restricting young people’s access, rather than ensuring services are designed to uphold their rights and interests by default,“ (via)
Als simpler Nutzer kann man dieser Stellungnahme eigentlich nur zustimmen. Die Verbote und Alterskontrollen sind nicht nur unfair gegenüber allen erwachsenen Nutzern, sondern sie erfüllen auch ihren Zweck nicht wirklich. Jugendliche können die Alterskontrollen aktuell alle recht einfach überwinden oder einfach auf fragwürdigere Seiten ohne diese Einschränkungen zugreifen. Das Ganze macht das Internet im Allgemeinen also einfach nur schlechter und gefährlicher für alle Beteiligten.
Die 19 Unterzeichner der Stellungnahme:
- Big Brother Watch
- Defend Digital Me
- Electronic Frontier Foundation
- ExpressVPN
- Gamers Voice
- Global Partners Digital
- Index on Censorship
- Internet Society
- IPVanish
- Mozilla
- Mullvad VPN
- NO2ID
- Open Rights Group
- Privacymatters
- Proton
- Stop Killing Games
- Tor Project
- Tuta
- VPN Trust Initiative
Anzeige







