In den vergangenen Jahren haben sich Sammelkarten aller Art zu immer interessanteren Wertanlagen für Investoren entwickelt. Um diese Investitionen zu schützen und ihre Qualität gegenüber anderen Personen zu beweisen, hat sich mittlerweile etabliert, alle wertvollen Karten zu spezialisierten Firmen zu schicken, um sie verstauen, untersuchen und „graden“ (bewerten) zu lassen. Das größte Unternehmen in diesem Bereich ist mit ziemlicher Sicherheit Professional Sports Authenticator (PSA), dessen höchste Einschätzung den Wert einer Karte ohne größeren Aufwand verzehnfachen kann.
Bedauerlicherweise verkündete PSA in dieser Woche jetzt aber, dass die meisten Sammler jetzt aber erst einmal einige Zeit lang ohne den Dienst auskommen müssen. PSA möchte ab dem 02. Juni 2026 weltweit die Aufnahme von neuen Aufträgen durch ihre vier beliebtesten Aufträge pausieren. Aktuell bietet das Unternehmen nur noch Walk-In-Angebote, Abo-Service für bestehende Kunden, einige der teuren Express-Optionen und die reguläre Bewertung an. Das Einsenden einer einzelnen Karte kostet Kunden durch diesen Schritt dann mindestens $79.99. Masseneinsendungen jeglicher Art sind dann nicht mehr möglich. Zusätzlich dazu müssen Kunden ohne Express-Angebot mit extrem langen Wartezeiten von bis zu 12 Monaten rechnen.
„While our daily grading output is at an all-time high, with capacity up 5x since 2021, continuing to accept submissions at this breakneck pace would put more pressure on our operations and compromise the turnaround times of existing orders,“
„Our target is to bring the backlog down to 5 million units, with our current projections anticipating it will take up to four months to achieve this goal,“ – PSA
Der Grund für diese Pausierung wurde netterweise recht eindeutig von PSA hervorgehoben. Das Unternehmen wird aktuell einfach mir Einsendungen überflutet und es sitzt auf einem Backlog von mehr als 10 Millionen Karten. Auch wenn es seine Kapazitäten seit 2021 verfünffacht hat, so reichen diese Mittel aber einfach noch immer nicht aus, um alle einkommenden Einsendungen abzuarbeiten. PSA hofft darauf, dass man innerhalb der kommenden vier Monate zumindest 50% des Backlogs abarbeiten und zu dem regulären Arbeitsablauf zurückkehren kann. Die derzeitige Situation ist aber weder für das Unternehmen noch für die Kunden tragbar.
Auch wenn alle Kartenspiele mit Sicherheit zu dieser Situation beitragen, so dürften Pokémon Karten aber die Hauptproblemquelle darstellen. Hohe Preise in Spielen wie MTG, Yu-GI-OH oder anderen TCGs sind zumindest bei neueren Produkten an die Spielbarkeit der Karten gebunden, weshalb Spieler sie nicht wirklich in dicke Plastikverpackungen für die PSA-Wertung stecken können. Pokémon Karten sind zwar ebenfalls Teil eines Spiels, aber viele Personen sehen sich nur als reine Sammler und nicht als Spieler. Daher ist es bei Pokémon Karten deutlich einfacher wertvolle neue Karten einfach „graden“ zu lassen und die Plastikpackungen zu lagern.
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