Wer in Großbritannien lebt und auf Steam auf „Spiele mit Inhalten für Erwachsene“ zugreifen möchte, der muss jetzt eine gültige Kreditkarte zu seinem Account hinzufügen. Ansonsten sind die jeweiligen Spiele und ihre Community-Hubs für einen Account nicht sichtbar. Eine Kreditkarte (oder Bankkarte) ist die einzige erlaubte Form von „Alterskontrolle“ auf Steam, weil Kreditkarten nur an Erwachsene herausgegeben werden und Valve sich somit nicht die Mühe machen muss selbst das Alter seiner Nutzer zu kontrollieren. Das Ganze ist notwendig, um dem seit einiger Zeit in dem Land geltenden Online Safety Act zu entsprechen.

„In the UK, an individual must be at least 18 years of age to obtain a credit card, therefore credit card issuers are obliged to verify the age of an applicant before providing them with a credit card.“ (via)

Besonders verrückt an dieser Situation ist der Umstand, dass Valve nirgendwo erklärt, was genau eigentlich „Spiele mit Inhalten für Erwachsene“ sind. Normale Menschen würden zwar direkt auf Spiele mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren tippen, waber diese Einschätzung scheint falsch zu sein. Spiele mit einer PEGI 18 Einstufung werden für nicht verifizierte Nutzer nämlich auch weiterhin im Shop angezeigt. Durch die fehlende Alterskontrolle verschwinden wohl nur Spiele, die hauptsächlich sexuelle Themen in den Vordergrund stellen. Jugendliche und Kinder dürfen also extrem brutale Szenen auf Steam sehen, erleben und spielen, solange keine Frau dabei auch nur eine einzige Brust entblößt.

UK users must verify their age to access Steam store pages for mature content games
byu/Stannis_Loyalist inSteam


Bei der ganzen Sache geht es also nicht wirklich um den Jugendschutz oder das Limitieren von „Inhalten für Erwachsene“. Die neue Richtlinie basiert vollständig darauf, den Content auf Steam zu desexualisieren. Ansonsten wäre Sex nämlich nicht nur der einzige Aspekt, der durch diese Maßnahme zensiert wird. Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Horror und anderen möglicherweise nicht für sie geeigneten Szenen zu schützen, spielt bei der Sache gefühlt keine Rolle. Als Nutzer außerhalb des Landes kann man nur hoffen, dass die EU nicht ähnlich absurde Pläne in die Tat umsetzen möchte.

Ansonsten darf man nicht einmal darüber nachdenken, dass „erwachsene Spiele“ in Großbritannien jetzt eine Kreditkarte erfordern und Kreditkartenunternehmen in den letzten Monaten aktiv einen Kreuzzug gegen sexuelle Spiele auf Steam durchgeführt haben. Das Ganze ist einfach nur zu deprimierend.


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1 Kommentar

  1. Würde meine Kreditkarte da auch hinterlegen, mich nervt die Anzeige
    „dieses Spiel wird nicht in ihrem Land angezeigt“.
    Erst lassen sie einen den ersten Teil kaufen und die Nachfolger sind gesperrt, sehr unglücklich gemacht das ganze. Bin alt genug selber zu entscheiden ob ich sowas kaufen will.

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